Haftungsausschluss Impressum

Energie und Sicherheit

Aktuell
--Fuck the EU
----Deformationen
----Der Untergang
----Energie
----Dschihadis
----Kriegsspiele
----Leseschwäche
----Nato
----Terror
----Unterclown
----Wahnsinn
----Weltrevolution

Energie und Sicherheit

"Erdölreserven der USA freigegeben"

In einem Satz die Nachricht zu verbreiten, daß die USA ihre strategischen Erdölreserven freigegeben haben, grenzt an eine Falschmeldung. Die Amerikaner exportieren kaum Öl, sondern belegen den Rest der Welt mit ihrem eigenen Ölembargo. Wenn das nach Saudi Arabien (13,4 % der Weltförderung, 2016) und Rußland (12,6 %) drittgrößte Förderland (12,4 %) der Erde seine strategischen Reserven freigibt, dann für sich, nicht für andere.

Seitdem die USA durch Fracking vom Importeur zum Energieexporteur aufgestiegen sind und mehr ultraleichtes Rohöl fördern, als die eigenen Raffinerien verarbeiten können, wird das Ölembargo gegen den Rest der Welt minimal weniger restriktiv angewandt. Im Prinzip umgeht die US-Regierung ihr eigenes Exportverbot, indem sie bestimmtes, pseudobearbeitetes ultraleichtes Rohöl zu einem "Endprodukt" umdeklariert.

Die wichtigsten Öllieferanten der BRD sind in dieser Reihenfolge Rußland, Norwegen und Nordafrika. Aus dem Süden importiertes Öl wird in Italien angelandet und über Pipelines über die Alpen in der BRD verteilt. Amerika spielt für die Energieversorgung der BRD aufgrund des US-Ölembargos, das jederzeit in voller Härte reaktiviert werden kann, keinerlei Rolle.

Für schwarz-braune Amerikaversteher vielleicht neu: Die USA haben auch international als Gas/Rohölexporteur keine Bedeutung. Kein Land macht sich freiwillig von US-Energieexporten abhängig. Daher ist es auch kein Witz, daß ein Teil des US-Frackingöls von den Golfstaaten importiert wird! Bis zum Fracking-Boom, durch den die US-Rohölproduktion zwischen 2000 und 2010 von 323,3 auf 511,8 Mio. Tonnen stieg, waren die USA ein Importeur, der weit mehr als seine eigene Produktion selbst verbraucht hat.

Die Energie und Sicherheit der Amerikaversteher

Ihre momentanen Überschüsse an LNG würden die Amerikaner in Europa gerne als Freedom-Gas zu Freedom-Preisen verkaufen.

Was glauben schwarz-braune Amerikaversteher eigentlich, wer LNG-Terminals in der Nordsee beliefert, wenn sich der Wind dreht, US-Demokraten die Macht übernehmen und das Fracking verbieten? Richtig, Nordeuropa und die Russen. Die beliefern britische LNG-Terminals schon heute. Im freien Wettbewerb ist Fracking gegenüber LNG aus Erdgasfeldern ökonomisch chancenlos. Wer über Erdgasfelder verfügt, kann sich über das Fracking-Schauspiel schlapp lachen. Egal ob Pipeline oder LNG-Tankerflotte, wer über Erdgasfelder verfügt unterbietet jeden Fracking-Preis und macht trotzdem Gewinn. Daher versuchen um die Energiesicherheit der Welt besorgte Amerikaner zur Zeit, russisches Gas in einem Wettbewerb von Drohungen und Sanktionen auszustechen.

Das Fracking erweist sich immer mehr als eine nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Katastrophe. Viele Fracking-Unternehmen erwirtschaften seit dem Verfall der Rohölpreise keine Gewinne, sondern leben von den Investitionen ihrer Anleger. Eine Art "Altersvorsorge" auf amerikanisch. Noch ist das Fracking in den USA ein nationales Prestigeprojekt, um koste es, was es wolle, mittlerweile weltgrößter Erdölförderer zu bleiben. Das gegenüber LNG aus Erdgasfeldern ökonomisch chancenlose Fracking überlebt nur durch Protektionismus und Anleger, die ihr Geld verlieren. Nicht nur aus ökologischen Gründen wächst daher in den USA der Widerstand gegen Fracking. Wenn ein Verbot in den USA Wahlkampfthema wird, müssen schwarz-braune Wirtschaftsversteher wohl oder übel auf den Twitterclown setzen, oder der Neubau von LNG-Terminals an der Nordsee wird ein Bierdeckelprojekt.

Zur Freude der (US-)Geldesel: Nationaler Sozialismus statt Wettbewerb

Der in den 2000-der Jahren entstandene Fracking-Boom wurde befeuert durch sehr hohe Rohölpreise von über 100 US-Dollar. Ähnlich wie beim LNG gilt: Wer über Erdölfelder verfügt, aus denen Rohöl für ca. 10 US-Dollar aus dem Boden gepumpt wird, unterbietet jeden Fracker. Nennt sich Wettbewerb.

"Konservative" US-Ölbarone lassen sich ihre durch sehr hohe Rohölpreise entstandenen neuen Geldquellen nicht durch Wettbewerb einfach wieder zuschütten. Zur Erinnerung nochmal die Dimension des "neuen Frackingmarktes": Zwischen 2000 und 2010 stieg die US-Rohölproduktion von 323,3 auf 511,8 Mio. Tonnen. Daher ist Fracking in den USA seit dem Verfall der Rohölpreise vom unrentabel gewordenen Geschäft zum Thema "nationaler Sicherheit" mutiert. Das Zauberwort für nationalen Sozialismus, mit dem "konservative Patrioten" die Allgemeinheit zur Kasse bitten, um ihre Geldbörse aufzupolstern und das neue, bei niedrigen Rohölpreisen jedoch nicht lebensfähiges Geschäftsmodell am Leben zu erhalten.

Laut Lügenpresse ist ein Gegenschlag der Saudis für den Einbruch der Rohölpreise verantwortlich. Eine alternative Sichtweise der Lügenpresse. Für ca. 200 Mio. Tonnen Rohöl, das die Amerikaner nicht mehr abnehmen, müssen die vormaligen Lieferanten neue Kunden gewinnen. Ca. 200 Mio. Tonnen Rohöl zusätzlich produzieren und den logischen Preisverfall den Saudis in die Schuhe schieben, ist das klassische Spiel, aus Opfern Täter zu machen. Wird auch unter "Verbündeten" gerne gespielt. Damit die Preise nicht ins Bodenlose fallen, bemühen sich vor allem die Russen, den Saudis das Spiel zu erklären. Wie sehr sich die Zeiten doch ändern, und die Rollen sich tauschen: Den Part, die Fördermengen der OPEC zu torpedieren, übernimmt seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr das Nichtmitglied Rußland, sondern seit dem Fracking-Boom das Nichtmitglied USA.

Erstes Gebot: Das Öl gehört dem, der es bezahlt

Die Zeiten, aus denen 70 % des US-Bedarfs aus der Golfregion gedeckt wurden, sind lange Geschichte. Heute sind Ölimporte aus dem persischen Golf für die Netto-Selbstversorger USA fast bedeutungslos. Ultraleichtes Frackingöl wird sogar von den USA in die Golfstaaten exportiert, weil die US-Raffinerien für schwereres Öl ausgelegt sind! Nicht bedeutungslos ist der Zwang, Rohöl aus dem persischen Golf in US-Dollar zu bezahlen, denn der Ölmarkt der OPEC funktioniert seit der Einführung des Petrodollars wie ein Schnappskartell der Mafia.

Der Löwenanteil des am persischen Golf geförderten Rohöls gehört China, Japan, Südkorea, Indien usw. Europa folgt erst mit großem Abstand. Im Klartext: Obwohl die Amerikaner kaum Öl aus dem persischen Gold importieren, kreuzt dort die 5. US-Flotte und sorgt dafür, daß in US-Dollar bezahlt wird.

Da das Öl dem gehört, der es bezahlt, finden viele Kunden es zunehmend unverständlich, in US-Dollar bezahlen zu müssen. Als besonders uncool wird empfunden, daß allen voran Saudi Arabien die US-Dollars seiner Kunden einsammelt und in den USA investiert. Aber auch für die Ölförderer bekommt das Schnappskartell Risse. Seit der Einführung des Petrodollars hat sich die ausgeglichene Handelsbilanz der USA in ein astronomisches Handelsbilanzdefizit verwandelt. Beginnt der Weltmeister im Handelsbilanzdefizit zusätzlich, seine Währung systematisch abzuwerten, explodiert das US-Handelsbilanzdefizit weiter, während die Förderländer Geld verlieren. Lebt da etwa einer nur auf Kosten anderer? Was ist der US-Dollar ohne Ölpreisbindung überhaupt wert?

Die Geschichte einer mörderischen Bruderliebe: Der Irak und Saudi Arabien

In den 80-igern haben Kuwait, Saudi Arabien und andere arabische Staaten Saddam Husseins Krieg gegen den Iran finanziert. Ohne Moos nix los. Nach dem Ausbluten der Kriegsgegner erwiesen sich die arabischen Kriegsfinanzierer den Irakern gegenüber als miese Kriegsgewinnler. Warum nicht den arabischen Bruder durch die Schuldenlast wirtschaftlich strangulieren, nachdem er seinen Dienst getan hat? Für diese sehr kurzsichtige Politik hat Kuwait einen sehr hohen Preis gezahlt.

Zunächst hat sich ein arabischer "Bruder" angeboten, Kuwait zu befreien. Das saudische Kalifat ist jedoch nicht auf das Angebot Osama bin Ladens eingegangen, sondern hat in den Augen vieler Muslime den Boden des Heiligen Landes durch die Stationierung Ungläubiger besudelt. Daher benötigen US-Stützpunkte in Saudi Arabien besondere Sicherheitsmaßnahmen, um sich vor mit Sprengstoff beladenen Tanklastern zu schützen. Die USA haben dem Irak eine vernichtende Niederlage zugefügt. Damit die Erinnerung wie in Vietnam auch nach Generationen in den Kindern weiterlebt, wurden über 300 Tonnen abgereichertes Uran abmunitioniert. Kleine Frage: Wieviel arabische Bruderliebe mag zwischen Irakern und Saudis verblieben sein, und welchen Unterschied macht es dabei, ob der Iraker Sunnit (ca. 40 %) oder Schiit (ca. 60 %) ist?

Anschließend wurde der Irak von Massenmördern mit Hilfe der UN mit Sanktionen überzogen. Legendär das Interview mit der damaligen US-Außenministerin und "Holocaustüberlebenden" Madelaine Albright, daß 500.000 tote irakische Kinder infolge der Sanktionen ein akzeptabler Preis sind, um Saddam Hussein von nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen abzubringen. Umfassende Sanktionen sind das nette Wort für ökonomischen Terror, der -obwohl aus der Ferne ausgeführt- ähnlich effektiv wirkt wie einkesseln und verhungern oder erfrieren lassen. Das Problem: Der Widerstandswille wird nicht gebrochen, sondern verstärkt.

Jetzt wird es richtig pervers: Nach dem Anschlag vom 11. September 2001 war der Irak erneut fällig. Zur Lüge des "Qualitätsjournalismus" über nicht vorhandener Massenvernichtungswaffen kam die Lüge, der Irak unterstütze Al-Qaida und sei für den 11. September mit verantwortlich. Also Saddam Hussein habe ausgerechnet die Organisation des geliebten arabischen Bruders Osama bin Laden unterstützt, der angeboten hatte, den Westentaschenstalin aus Kuwait zu vertreiben! Daß 15 der 19 Gesandten Osama bin Ladens wie auch er selbst nicht aus dem Irak, sondern aus Saudi Arabien kamen, spielt bis heute keine Rolle, denn die Lügenpresse erfindet ihre Wahrheiten, wie sie sie braucht. Und wieder war der südliche Nachbar des Irak das Sprungbrett der Amerikaner. Erneut die Frage: Wie wirkt es sich auf die arabische Bruderliebe aus, wenn der Irak für die Verbrechen der Saudis bezahlen muß, und welchen Unterschied macht es dabei, ob der Iraker Sunnit oder Schiit ist?

Aber es geht noch perverser: Am 01.05. 2003 hat ein Prinz des Bush-Clans seinen Sieg über den Irak verkündet. Dabei hat dieser Kriegsverbrecher und Massenmörder übersehen, daß der Krieg jetzt erst beginnt. Auch "großen Strategen" können "kleine Fehler" passieren. Und wer sollte nach der "Befreiung" des Irak die Hauptrolle spielen? Von saudischen Terrorpaten aus aller Herren Länder zusammengetrommelte Söldner, die erst unter dem Namen Al-Qaida, dann unter dem Namen islamischer Staat firmierten und den Irak in einer Art und Weise terrorisiert haben, die selbst einen Schlächter wie Saddam Hussein in den Augen vieler Iraker "rehabilitiert". Den meisten ging es unter Saddam Hussein weit besser als unter der Besatzung durch eine Kombination von US-Truppen und Söldnern des Kalifats. Und wieder die Frage: Wieviel arabische Bruderliebe mag im Irak für die Saudis existieren, und welchen Unterschied macht es, ob der Iraker Sunnit oder Schiit ist?

Nachdem die Söldner des saudischen Kalifats zu mächtig wurden und drohten, den Irak komplett an sich zu reißen, wurde eine Ausrottungsaktion gestartet. Dabei haben die Amerikaner das gemacht, was sie am besten können: Städte aus der Luft einäschern. Nicht nur die Schiiten, auch die Sunniten des Irak können sich keinen besseren Nachbarn als das saudische Kalifat im Süden wünschen.

Kleiner Funfakt am Rande: Unser Abschiebeexperte und Geburtstagshorst für ausreisepflichtige Ausländer versucht gerade mit allen Mitteln, die Abschiebung überlebender deutscher Söldner des Kalifats zu verhindern. Mal sehen, wie die Überzeugungsarbeit des Nulltoleranzhorst in Zukunft aussieht, um die Herkunftsländer zur Rücknahme ausreisepflichtiger Iraker, Afghanen, Syrer, Libyer, Sudanesen ... zu bewegen. Das international übliche Spiel: Kennen wir nicht, wissen wir nicht, oder voll "rechtsstaatlich": Beweise uns erst mal die Staatsbürgerschaft des Abzuschiebenden. Für diese Nummer sind die Rechtsstaatsclowns der BRD neuerdings auch Experten: Leider, leider haben wir keine diplomatische Vertretung und keine Möglichkeit, die Staatsbürgerschaft zu überprüfen, bla, bla, bla. Aber Polizisten oder Soldaten können wir trotzdem schicken, damit auch ihr lernt, wie der "Rechtsstaat" funktioniert. Kleiner Tipp: Viele wissen das, aber das Wissen stört nicht jeden. Das i-Tüpfelchen: Zu Hause beginnt Straffälligkeit für den zum Nulltoleranzhorst mutierten Meinungskanalisierer und Experten für braune Scheiße nicht mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern mit Schwarzfahren! Mit der Verfolgung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat sich die BRD immer besonders schwer getan. Schon für die SS-Bullen des BKA war es sicher einfacher und vor allem gerechtfertigter, Juden für den Diebstahl einer Scheibe Brot an Ort und Stelle zu erschießen, anstatt Massenmörder zu überführen. Neoliberale Systemclowns üben noch, ihr Unrecht als Recht zu verkaufen.

Sunniten unter sich: Der Zustand der "Golfnato"

Die zwischen dem Irak und Saudi Arabien gelegenen Kuwaitis haben schon gelernt: Sie halten sich so weit wie möglich aus dem Konflikt des mörderischen Brüderpaars heraus. Gegen Qatar hat Saudi Arabien eine Blockade verhängt. In Bahrain sind saudische Truppen einmarschiert, um den dortigen Kalifen an der Macht zu halten. Und im Jemen bekämpfen sich Söldner der Saudis und der Vereinigten Arabischen Emirate gegenseitig, nachdem beide Staaten gemeinsam in den jemenitischen Bürgerkrieg eingegriffen und einen Krieg gegen den Jemen begonnen haben. (Meistens) Sunniten unter sich. Den Standardsatz der Lügenpresse, hinter allem stehe vermutlich der Iran, darf man nicht so ganz für voll nehmen. Wie die Massenvernichtungswaffen Saddams oder dessen Unterstützung für Al Qaida ständig wiederholte Lügen, durch die Wirklichkeit nicht nur frei erfunden, sondern am Ende auch erschaffen wird.

Reise nach Jerusalem

Ein Staatsbesuch in Saudi Arabien will sehr gut überlegt sein, kommt man aus einem der kleineren arabischen "Bruderländer", und soll die Reise keine Reise ohne Wiederkehr werden. Den mit einem französischen, saudischen und libanesischen Paß ausgestatteten Multimilliardär und im Nebenberuf sunnitischen Regierungschef des Libanon hat sein französischer Paß gerettet. Nachdem der saudische Kalif und "Reformer" sein libanesisches Brüderchen in den Fingern hatte, durfte es in einer vom Kalifen-TV ausgestrahlten bizarren Fernsehansprache den Rücktritt verkünden. Besser kann man das Verhältnis kleinerer Bruderländer zu Saudi Arabien nicht charakterisieren. Der sunnitische "Ex-Regierungschef" des Libanon konnte sein Gefängnis in Saudi Arabien erst verlassen, nachdem Macron den saudischen Kalifen zurechtgerückt hat.

Für nur mit einem US-Paß ausgestattete saudische Journalisten kann bereits der Besuch eines saudischen Konsulats eine Todesfalle sein. Ebenfalls gar nicht so neu sind die Methoden des "Reformers", saudischen Männern ihren Besitz zurückzuholen, wenn der sich (z.B. beim Shoppen) im Ausland absetzt. Diese Methoden kennt man sogar in der BRD.

Jetzt wird auch klar, warum selbst der bayrische Mautclown nicht wollen kann, daß aus Europa angereiste Kriegsverbrecher im Nahen Osten exekutiert werden. Dann könnten in der ganzen Region die "Sitten einreißen". Niemand möchte, daß Inhaber eines deutschen, französischen ... Passes in Zukunft das gleiche Freiwild wie die lokale Bevölkerung werden. In Saudi Arabien beispielsweise ist ein libanesischer oder saudischer Paß ist für das Klo. Nicht nur die Delikte, auf denen die Todesstrafe steht, sind sehr kreativ ("Sodomie", Übertritt zum Christentum, ...), sondern ein Staat ohne rechtsstaatliche Institutionen ist auch die Garantie für die willkürliche Anwendung. Wie bei den IS-Ablegern gehört die Todesstrafe zur Meinungsfreiheit der Kalifen.

Besonders interessant sind die Spekulationen, wer den Vater und Vorgänger des libanesischen Regierungschefs (wie die USA eine Demokratur superreicher Clans), nicht bloß zurücktreten ließ, sondern mit einer 1000 kg Bombe weggesprengt und das Land an den Rand eines erneuten Bürgerkrieges gebracht hat. Der konnte glücklicherweise durch die Kontinuität des Sohnes im Amt des libanesischen Regierungschefs vermieden werden. Selbst die zeitweise Ausbreitung des Kalifats in Syrien und der saudische Anschlag, den Sohn durch seinen "Rücktritt" zu einer libanesischen Witzfigur zu degradieren (mehr war gegen den "Franzosen" gerade nicht drin), konnten diese Kontinuität nicht erschüttern. Obwohl der angeschlagene, teils verachtete "Franzose" in einer krachenden Wahlniederlage ein Drittel seiner "sunnitischen" Stimmen eingebüßt hat, darf er sogar ohne Mehrheit weiterregieren, denn keine Partei im Libanon will einen neuen Bürgerkrieg. Wer hat angeblich immer die Finger im Spiel, wenn im Nahen Osten etwas schief läuft? Warum ist bisher jeder Versuch, den Libanon in einen neuen Bürgerkrieg zu stürzen, erfolglos geblieben, obwohl nicht nur Saudi Arabien diesen feuchten Traum verfolgt?

Der Angriff

Ende September wurde zeitgleich mit israelischen Drohnenangriffen auf den Libanon ein Drohnenangriff auf Munitionsdepots im Irak durchgeführt, zu dem sich niemand bekannt hat. Die Bilder sahen fast so schön wie die brennenden Ölanlagen in Saudi-Arabien aus. Diese Bilder bekam man in der Tagesschau allerdings nicht geboten.

Googelt man unter den Stichworten "Drohnenangriff" und "Irak", findet man nahezu ausschließlich "Drohnenangriff" und "Saudi Arabien". Verwechseln die Google-Experten in den USA jetzt schon den Irak mit Saudi Arabien? Oder ist das Suchergebnis doch irgendwie ernst zu nehmen?

Norden oder Süden?

Unmittelbar nach dem Militärschlag gegen die saudischen Ölanlagen haben sich jemenitische Huthi-Rebellen zum Drohnenangriff bekannt. Der Militärsprecher der offiziellen saudischen Pressekonferenz war anderer Meinung. Der Militärsprecher äußerte die saudische Erkenntnis, der Militärschlag sei vermutlich nicht aus dem Süden, sondern aus dem Norden erfolgt. Die jemenitischen Huthi-Rebellen nur Trittbrettfahrer? Ganz böser Fehler: Einen Tag später ist die CIA in Saudi Arabien angereist. Seit dem Blitzbesuch Pompeos kam der Angriff wieder aus dem Süden.

Wer auch immer den Drohnenangriff auf den Irak ausgeführt hat, hat vergessen, den unerfahrenen saudischen Kalifen aufzuklären, wie Vergeltungsschläge des Irak aussehen können. An wievielen Fronten will sich der junge Kalif noch in einen Krieg schubsen und abmelken lassen? Im Irak herrscht mit kleineren Unterbrechungen seit 40 Jahren Krieg. Die Jemeniten sind ebenfalls sehr kriegserfahren und nicht das erste Mal mit Saudi Arabien im Krieg. Genau die richtigen Gegner, ein superreiches Land zu ruinieren.

Wenn der Angriff auf irakische Munitionsdepots aus dem Süden nicht von den Saudis selbst durchgeführt wurde, kommen zB. ihre israelischen "Partner" in Frage. Die Amerikaner selbst scheiden aus, denn ganz offensichtlich suchen sie bisher nicht nach dem Grund, loszuschlagen.

Der neue Standard

An der mutmaßlichen Herkunft eingesetzter Waffen den "Täter" festzumachen, ist der neue Standard der Lügenpresse. Der dürfte allerdings nur auf chinesische, iranische, russische, türkische ... Waffenexporte angewendet werden, bei denen man sich in der eigenen Scheinmoral einscheißen kann. Für den Einsatz britischer, deutscher, französischer ... Waffen gilt dieser Standard sicher nicht. Woher wissen zB. deutsche Waffenexporteure, wer ihre Waffen wo einsetzt oder weitergibt? Insbesondere wenn in Kriegsgebiete exportiert wird, was nur rein theoretisch "verboten" ist? Ist die Annahme nicht sehr naiv, daß sich deutsche Waffenexporteure überhaupt dafür interessierten, wer ihr Gerät wo einsetzt? Formal vielleicht, solange es um die Exportlizenz geht. Statt Lügenpresse lesen einfach auf den Globus schauen, Kriegsgebiete suchen, bingo! Oder gibt es etwa Kriegsgebiete ohne deutsche Waffen? Und seit wann ist der Einsatz deutscher Waffen am "falschen" Ort das Problem des Herkunftslandes? Die Lügenpresse wird immer erfindungsreicher.

Die Kontrolle des Waffenhandels funktioniert im Prinzip wie der Tierschutz der Ferkelchenkastriererin oder noch präziser, wie die Veranlagung des zu versteuernden Einkommens nach der Einführung des Schachtelprivilegs. Wenn der Wirtschaftsminister oder die Bundesregierung nicht will, wird in Italien, Südafrika oder gleich im Nahen Osten ein neuer Standort aufgemacht, und schon gelten ganz andere "Gesetze". Wie bei den Steuern. Was Deutsche in Drittländern herstellen oder aus diesen exportieren, taucht auch in keiner Exportstatistik der BRD auf. Seit der neoliberalen Globalisierung dürfen "demokratische" Politiker nur noch den Vorzeigeclown machen. Ausnahme ist Großgerät, denn eine Schiffswerft oder ein Werk für Eurofighter kann man nicht einfach irgendwo aus dem Boden stampfen.

Szenario: Double tap der Israelis

Drohnenschläge werden häufig so ausgeführt, daß der eigentliche Schlag erfolgt, sobald die Retter eintreffen. Die obergeile Logik westlicher Werteverbreiter: Zuerst erwischt man einen, dann den Rest. Oder auch irgendwelche zufälligen Ersthelfer. Mit dem Drohnenschlag auf Munitionsdepots im Irak ist ein ganz besonderer double tap gelungen: Erst Munitionsdepots im Irak hochgejagd, dann die Hälfte der Erdölproduktion Saudi Arabiens ausgeschaltet. Wer auch immer den genialen double tap initiiert hat: Die Saudis und ihre US-"Beschützer" stehen gerade wie Idioten da. Besser kann man sie nicht vorführen. Zur Krönung des genialen double taps fehlt nur noch, daß entweder die Saudis oder die Amerikaner endlich in einen Krieg mit dem Iran hineinstolpern.

Das weiße Haus, die CIA und der "Sicherheitsberater"

Kann es sein, daß das US-Militär in Saudi Arabien gerade vorgeführt wird, weil das weiße Haus unter dem Twitterclown zu einem Puff geworden ist, in den sich Dauergäste eingenistet haben, die angefangen vom Türsteher der CIA bis zum (vor kurzem gefeuerten) "Sicherheitschef" jeden vögeln? Und sich dann vom Familienbetrieb des supersmarten Dealmakers alles, was sie sonst noch haben wollen, ohne jede Gegenleistung auf einem Silbertablett servieren lassen? Wie lange schauen US-Militärs zu, wie die Sicherheit am persischen Golf in einem Schauspiel der Clowns zum Kollateralschaden diverser Wühler wird?

Die Ursache der neuen Krise am persischen Golf

Nicht die Jemeniten, Saudis, Iraner, Libanesen, Syrer, Iraker, ... der IS, die Israelis, amerikanische, britische, deutsche, französische, russische oder iranische Waffenhändler ... sind die Ursache der neuen Krise am persischen Golf. Das ist das ganz normale, alltagliche Herumwühlen im Nahen Osten. Ursache der neuen Krise ist die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch einen US-Präsidenten, der aus Prinzip alles kaputt macht, was sein Vorgänger an konstruktiver Politik hinterlassen hat. Den zweiten Platz nehmen Großbritannien, die BRD und Frankreich ein. Obwohl sie zu den Hauptnutznießern des Atomabkommens zählen und ein Jahr Zeit hatten, tun sie immer noch so, als hätten sie nichts unterschrieben und als hätten sie keine vertraglichen Verpflichtungen übernommen.

Besonders erbärmlich ist die Untätigkeit der Europäer, da sie das Atomabkommen relativ einfach ohne die Amerikaner erhalten könnten. Bei der neuen Bedrohung durch den ebenfalls gekündigten INF-Vertrag ist das nicht so leicht möglich. Da die persönlichen Probleme Trumps mit seinem schwarzen Vorgänger kein Grund für den Iran sind, ebenfalls das Abkommen zu kündigen, müßte Europa nur seinen eigenen Worten Taten folgen lassen und einen bereits bestehenden Vertrag einhalten. Ansonsten stellt sich die Frage stellen, was ein Atomabkommen wert ist, das von vier der sechs Vertragspartner des Iran entweder ignoriert oder torpediert wird.

Ein ganz besonderes Ei

Ein noch schöneres Ei hat der Twitterclown den Europäern mit der Kündigung des INF-Vertrages ins Nest gelegt. Das Verbot der Entwicklung landgestützter Mittelstreckenraketen -wegen der Entwicklung entsprechender luft- und seegestützter Waffen ohnehin längst ein Witz- dürfte unwiederbringlich gestorben sein. Die Frage ist, ob Europa und Rußland ein Abkommen zustande bringen, in dem zumindest auf die Stationierung landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen von beiden Seiten nachprüfbar verzichtet wird. Man sollte nicht auf Rüstungskontrolle verzichten, nur weil die Amerikaner meinen, Verträge wären Unsinn. Dumm läuft es, sollte sich herausstellen, daß die Europäer nur die Unterclowns der US-Präsidenten sind und ihre Interessen/ihre Sicherheit nicht selbst vertreten können. Dann bestimmen die Amerikaner, was hier aufgestellt wird.

Ob gelb, ob grün, ob rot, ob braun, stets die Bürger in die Röhre schaun!

Stand: 28.09.19